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Schulhöfe mit Beteiligung attraktiver machen

Dass auch Kinder mit sehr starken Beeinträchtigungen große Freude an künstlerischem Ausdruck haben, zeigt die gelungene Zusammenarbeit mit der Louis-Segelken-Schule in Bremen. Mit Materialien wie Styropor, Ton, Therapiesand und zurückhaltender liebevoller Assistenz entstanden Formen, die als Entwürfe für diese „Drehbaren Raumzeichen“ aus Schülerhand dienen. Als Teil der Neugestaltung eines schulischen Innenhofes konnten sie dauerhaft aufgestellt werden.

Projekt Schulhofgestaltung Bethel

Gelungene Schulhofgestaltungen – wie hier an der Mamre-Patmos- Schule in Bielefeld – steuern Bewegungsrichtungen, gliedern Räume, grenzen Bereiche von einander ab und bieten vielfältige Anreize zum Spielen auch in der Vertikalen. Es ist sehr spannend, mit Beteiligung der späteren Nutzer gemeinsam zu planen und nach Lösungen zu suchen, die genau zu den Bedürfnissen und den Gegebenheiten passen. Zeichnung: Carmen Ciesla vom Landschaftsarchitekturbüro Gasse Schumacher Schramm

Assistenz an der Louis-Segelken-Schule in Bremen schöpferisch nutzen

Mit Assistenz Materialien erkunden und an Formen arbeiten, kann sehr fruchtbar sein, wie das Projekt „Wir sind Schule“ an der Louis-Segelken-Schule in Bremen, einer Förderschule für Bewegung und Motorik, beweist. Schulleiterin Martina Brückner hatte den Wunsch, gezielt Kinder mit starken Beeinträchtigungen an der Schulhof-Gestaltung zu beteiligen. Gemeinsam mit der Schulleitung und interessierten Lehrkräften hat der Künstler dann Szenarien entwickelt, die den Kindern vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten mit Styropor, Therapiesand, Farben usw. ermöglichten. Aus diesen Schülerarbeiten wurden dann Objekte für den Schulhof entwickelt.

Mit der eignen Schöpfungskraft Objekte realisieren

Diese von Schülern gestalteten Drehbaren Raumzeichen wurden vom Künstler realisiert und auf dem Schulhof der Schule als Zeichen der eigenen Schöpfungskraft aufgestellt. Das Foto zeigt die stolzen Kinder mit ihren beiden 1:1 Modellen aus bemaltem Holz, die dann aus Acrylglas gefertigt und auf einem sehr gut gelagerten Edelstahlrohr montiert wurden.

Projekt Stehaufmännchen: Ästhetische Bildung kann große Freude machen

Pure Lebensfreude ist mit diesem Projekt vorprogrammiert: Stehaufmännchen – Kinderspiel, Metapher für das menschliche Leben und wunderbarer Ausgangspunkt für die künstlerische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Pure Lebensfreude kann jedes Bildungsprojekt entfachen, wenn die Frage „Wie erreiche ich die Zielgruppe?“ geklärt ist. Gelingt eine handfeste Verknüpfung zur Lebenswirklichkeit der Beteiligten, kann die angebotene Auseinandersetzung mit künstlerischen Grundfragen zu einer überaus produktiven Arbeit werden.Foto: Die Glocke

Material erfahren, Werkzeug erproben, Ausdruckskraft steigern: Das Einüben handwerklicher Fertigkeiten wie zeichnen, modellieren, Material abtragen dient der Ausbildung eigener Ausdruckskraft. Dabei nimmt die spielerische Suche nach den thematisch stimmigen und den einzelnen Teilnehmern entsprechenden Gestaltungsmitteln großen Raum ein.Fotos: Heinz Petermann

Bildungskette in Düsseldorf – qualifizierte Praktikumspartnerschaft zwischen Schule und Kommunikations-Unternehmen

Das Kunstprojekt Bildungskette wurde als Projekt am St.-Ursula-Gymnasium in Düsseldorf realisiert. Schüler der Oberstufe gestalteten Skulpturen, die nebeneinander aufgereiht eine lückenlose Kette bilden. Unter Leitung der Werbeagentur Heithausen & Behler konnten lokale Unternehmen und Freiberufler gewonnen werden, die je einem Schüler ein zweiwöchiges Praktikum ermöglichten. Als Gegenleistung für Workshops, Informationsgespräche über die Ausbildungsberufe und die finanzielle Unterstützung dieser Aktion, erhielt jeder Sponsor eine Skulptur aus der Bildungskette – und natürlich die Chance, die Auszubildenden von morgen besser kenne zu lernen.Foto: Michael Jäger

Projekt Europäische Partnerschaften mit Kunstprojekten vertiefen

Grenzerfahrungen ist eins von mehreren von der Robert-Bosch-Stiftung ausgezeichneten Projekten der Gesamtschule Paderborn-Elsen mit dem Ersten Gymnasium Sarajevo in Bosnien-Herzegowina bei denen Manfred Webel mitgewirkt hat. 30 Schülerinnen und Schüler aus Sarajevo und Paderborn-Elsen haben sich fast ein Jahr lang mit dem Thema „Grenze“ beschäftigt. Verschiedene Arten von Grenzen wurden während zweier Austauschbesuche in Paderborn und Sarajevo gemeinsam erkundet. Auf dem Bild ziehen eine bosnische und eine deutsche Schülerin gemeinsam mit dem Künstler Grenzen im Herzen Sarajevos mit einem roten Brett.

Von der Robert-Bosch-Stiftung preisgekrönt

In Berlin wurde die Gesamtschule Paderborn-Elsen mit ihrer Partnerschule, dem Ersten Gymnasium Sarajevo in Bosnien- Herzegowina, für ihr gemeinsames Projekt Grenzerfahrungen im Rahmen eines Festaktes von der Robert Bosch Stiftung ausgezeichnet. Als markantes Grenzzeichen kam dabei immer wieder das abgebildete Brett zum Einsatz. Manfred Webel hat es von der Nordseeinsel Scharhörn mitgebracht, wo es als Treibgut gestrandet war. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit konnte die Gruppe bereits in Veranstaltungen in Paderborn und im Goethe-Institut in Sarajevo der Öffentlichkeit vorstellen.
In seiner Festansprache hob der polnische Botschafter, Dr. Marek Prawda, besonders das Paderborner Projekt hervor, indem er betonte, wie wichtig es in einem zusammenwachsenden Europa sei, „sich bestehender Grenzen bewusst zu werden und ihre Sinnhaftigkeit zu überprüfen.“Zitiert aus der Internetseite der Gesamtschule Paderborn-Elsen

Projekt Erinnerungswürfel an Förderschulen

Räume für Erinnern öffnen

Erinnerungswürfel schaffen einen Rahmen für den Umgang mit Tod und Trauer, der Schülern, Lehrern und Eltern dauerhaft Halt gibt. Im Mittelpunkt stehen die Möglichkeiten und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler und der konkrete Bedarf der Schule. Fassbares Ergebnis ist ein modulares System von halbtransparenten Würfeln, in die im Rahmen eines Projektes entwickelte Gegenstände, Texte, Bilder – im übertragenen Sinne: ein Teil der Gefühle, der Ängste und der Trauer hineingelegt werden.

Ein Erinnerungswürfel kann eine kleine Bühne sein: Im Projekt Erinnerungswürfel lernen die Schüler Trauerrituale kennen, drücken ihre Gefühle in Farbräumen aus, schreiben eigene Nachrufe und erproben vielfältige Techniken zum Umgang mit den Themen Tod und Sterben. So entstehen individuelle und vielfältige Erinnerungsstücke, die in den Würfeln immer wieder neu arrangiert werden können.

Erinnern an der Albatrosschule Bielefeld

Erinnern in Förderschulen braucht Orte. An einer Förderschule für Bewegung und Motorik sterben aufgrund verschiedener Behinderungen leider immer einmal junge Menschen. Um mit dieser traurigen Realität aktiv und würdevoll umgehen zu können, wurden für die Albatrosschule Bielefeld in intensiver Zusammenarbeit mit der Fachschaft Religion künstlerische Elemente zur Ausbildung einer eigenen Erinnerungskultur gestaltet. Eine freundliche, sich scheinbar bewegende Figur aus transparentem Acrylglas fungiert dabei als roter Faden.

Erinnern heißt aktiv sein: An dieser gut fünf Meter breiten Rückwand haften eine Figur und einige Ovale, die dank integrierter Magnete frei beweglich sind. Sie können von der Schulgemeinschaft, beispielsweise einer Lerngruppe, abgenommen und gestaltet werden. Hier können Briefe aufgeklebt, Bilder gemalt, Erinnerungsstücke appliziert werden. So ist ein lebendiger und freundlicher Rahmen für das Erinnern an verstorbene Mitschüler entstanden.

Albatrosschule Bielefeld: Einen Erinnerungsort kreieren. Für die Albatrosschule Bielefeld ist ein Erinnerungsort in einem kreativen Teamprozess mit der Fachkonferenz Religion entstanden. Hier wurde ein Rahmen geschaffen, um an verstorbene Schülerinnen und Schüler aktiv zu erinnern. Architektonisch wurde der Ort in einen Gebäudeabschnitt integriert, der über eine lichte Glasfassade Innen- und Außenraum verbindet und so für eine freundliche Atmosphäre sorgt. Alle vom Künstler gestalteten Elemente sind in einem kräftigen rot gehalten, um einen kraftvollen Ort für Begegnungen zu schaffen, der zu allen möglichen Formen des Erinnerns positiv einlädt. Grundelement ist eine Erinnerungsform mit Offenen Armen und viel Schwung. Ganz bewusst steht sie – groß wie ein Mensch – draußen, so verbindet sie Erinnern mit den Bäumen, dem Himmel, dem Wind, der Wirklichkeit. Vielleicht regt sie auch an, wenn man drinnen steht, den Gedanken und Gefühlen freien Lauf zu lassen.Foto: Andreas Zobe

Innenraum und Außenwelt verbinden: Diese Erinnerungsform begleitet aber auch die Überlegungen derer, die am Erinnerungstisch etwas in das Erinnerungsbuch schreiben oder malen, oder darin blättern und so die Erinnerung aktiv halten. Der Tisch steht absichtsvoll auf Rollen, ist also leicht beweglich und kann zum Beispiel in einen Gruppenraum verbracht werden, um sich da ganz in Ruhe und intensiv dem Thema zu widmen.Foto: Andreas Zobe

Ein Rahmen für aktive Beteiligung: Richtig aktiv werden können alle Beteiligten mit einer gut fünf Meter breiten Erinnerungswand, die abnehmbare, mit Magneten gehaltene Ovale bereitstellt – quasi als Sprechblasen, um Erinnerungs-Wünsche, Erinnerungs-Sorgen, Erinnerungs-Gefühle mitzuteilen. Diese Ovale können genauso wie die magnetische Erinnerungsform bemalt, beschriftet, beklebt und immer wieder neu gestaltet werden, wenn es einen Anlass dazu gibt.Foto: Andreas Zobe

Begegnungsinsel Goch

Schüler gestalten gemeinsam mit Künstler Manfred Webel im Museum Goch eine „Begegnungsinsel“.

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