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FremdeFreunde

FremdeFreunde ist eine Projektreihe, die Fremde einander mit künstlerischen Mitteln näher bringt. Erstmals im Jahr 2000 im Siegerland erprobt ist sie noch immer lebendig, wie der letzte Projektstandort auf Dortmunds Nordmarkt 2025 gezeigt hat. Grundprinzip ist eine wachsende Kette von Formen, die sich lückenlos aneinanderreihen. Immer zwei Menschen tun sich zusammen, und gestalten beide eine Form, die sich jeweils an das aktuelle Kettenende anschließt. Da sich ihre Formen ebenfalls berühren, geraten sie unwillkürlich in einen Dialog, und tauschen sich darüber aus, wie sie diese Berührungspunkte künstlerisch und menschlich gestalten. Von 2005 bis 2014 war FremdeFreunde offizielles Projekt der UNESCO Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.

Pilotprojekt Siegen

Projektreihe für Fremdenfreundlichkeit

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Als Reaktion auf die zunehmende Gewalt gegen Ausländer in Deutschland Ende der 90er Jahre des letzten Jahrtausends entwickelte Manfred Webel „FremdeFreunde“ als Kunstprojekt für Dialog und Verständigung. Grundlage war seine Figurenkette @webel, bei der mehr als 1.600 Menschen eine Skulptur mit Emailadresse für das skulptureneigene Intranet nutzten. Einfach und wirkungsvoll bilden sämtliche Skulpturen eine Kette von sich auf vielfältige Weise freundschaftlich berührenden Nachbar-Skulpturen. Diesem Prinzip folgend, entwickeln die Mitwirkenden von „FremdeFreunde“ eine Skulptur für sich selbst und gestalten gemeinsam mit den nachbarn zur rechten und zur linken den Übergang zu den Nachbarskulpturen. Dieser Aushandelsprozess bildet die Grundlage für Fremdenfreundlichkeit. Das Pilotprojekt entwickelte der Künstler gemeinsam mit der Jugendhilfe Siegen, der Hauptschule Achenbach, dem Siegerlandmuseum und Partnern aus allen teilen der Stadtgesellschaft.

Dortmund

Fremde werden Freunde

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Der Kunst-Container öffnete mitten auf dem Nordmarkt seine Türen und lud zu kreativem Austausch ein. Die grundsätzliche Kraft von FremdeFreunde ist, dass zwei Menschen miteinander einen Dialog über die eigenen Werte beginnen, sich über das, was sie persönlich ausmacht, austauschen und letztendlich versuchen, sich zu verstehen. Jede:r Teilnehmer:in erschafft dabei eine eigene Holz-Figur – eine Art künstlerisches Alter Ego – die am äußeren Rand Berührungspunkte mit der anderen Figur besitzt. Die eigene Form bleibt bestehen, doch die Verbindungspunkte werden gemeinsam festgelegt. Das erfordert Austausch. Beim Zeichnen, Sägen und Bemalen beginnen Gespräche und erste Freundschaften. Die gemeinsame Abstimmung der Formen ist die Basis für Fremdenfreundlichkeit im ganz Kleinen. Wenn weitere Menschen ihre Figuren hinzufügen, entsteht eine Figurenkette. Damit bietet FremdeFreunde großes Entwicklungspotential für Gruppen – in Schulen, in der Nachbarschaft, im Stadtteil, in der Stadt, national und international.

„Dialog ist eine solide Basis für Demokratie. Wenn wir uns aufeinander einlassen und sehen, dass wir zusammenpassen – dann kann echte Gemeinschaft entstehen“, sagt Matthias Karlshaus vom Verein Schleswiger Viertel e.V., der FremdeFreunde als sein Herzens-Projekt gemeinsam mit Nora Oertel Ribeiro vom Raum vor Ort/kefb An der Ruhr nach Dortmund geholt hat.

Für die kefb An der Ruhr schließt die Idee von FremdeFreunde an, an die sozialräumliche Bildungsarbeit, die im Raum vor Ort seit 2024 in der Nordstadt durch den Träger geleistet wird. Begegnung, Dialog und das miteinander und voneinander Lernen stehen hier seit jeher im Fokus. Auch fügt sich das Projekt in den Rahmen der Kampagne des Erzbistum Paderborn – Zusammen:Halt!* – *Für Frieden und Demokratie, gegen Extremismus – Haltung zu zeigen für ein demokratisches, solidarisches Miteinander.

Dortmunder Nordstadt. Ein Ort, der oft von der Stadtgesellschaft wie ein Fremdkörper behandelt wird, wo die Intitiatoren Schleswiger Viertel e.V. und Raum vor Ort/kefb täglich nach Gemeinsamkeiten trotz großer Unterschiede suchen. Ein Ort, wo Menschen aus aller Welt ankommen, erste Schritte gehen und andere ihnen entgegenkommen, ihnen helfen, und Fremde Schritt für Schritt zu Nachbar:innen, Mitbürger:innen und Freund:innen werden. Genau hier, im Herzen der Nordstadt, konnte das Kunstprojekt im Mai 2025 viele Menschen zusammenbringen.