
Die Begeisterung für chinesische Tusche-Malerei begann bei Manfred Webel bereits in der Jugend. Die Schlichtheit, Einfarbigkeit, Offenheit des Raumes und die Konzentration auf das Wesentliche inspirierten ihn und sind bis heute eine Grundlage seines gesamten Werks: „Für mich ist Malen etwas Geistiges. Bilder gelingen nur aus einer tiefen Hingabe heraus. Meine Malerei ist frei von Zwecken und verfolgt keine Ziele.“
Das Bild Youxia spielt auf die Historie der chinesischen Youxia von der Zhou- bis zur Han-Dynastie an. Der chinesische Historiker Sima Qian beschreibt diese „wandernden Ritter“ als selbstlos, moralisch unerschütterlich und den einfachen Menschen zugewandt.
Details
Auf drehbar gelagerten kreisrunden Bildträgern entstehen luftige, zarte Zeichen aus Tinte und Tusche in Huldigung chinesischer Tuschezeichnung. Der Künstler arbeitet seit seiner Jugend immer von oben auf einen Bildträger und niemals senkrecht an einer Staffelei. Dabei nutzt er immer Tische, um die er herumgehen kann oder arbeitet direkt auf dem Boden. Ab 2026 sind die Tischplatten und Malgründe selbst drehbar. Hoch konzentriert enstehen oft nur mit schwarz und grau-Tönen rundumansichtige „Drehbare Raumzeichen“ aus der eigenen körperlichen Bewegung heraus. Dabei nutzt der Künstler keine Pinsel oder Stifte, sondern gießt die Tinten-Tuschen Mixtur direkt aus Behältern auf die Papiere.
Bewegung mit flächigen Werken auszudrücken, ist eine eigenständige Auseinandersetzung im Wirken von Manfred Webel. Wie können Betrachter eingreifen, welche Möglichkeiten des Dialoges mit dem Bildwerk sind möglich, wie kann die Rundumansichtigkeit erlebbar werden? Diese und viele andere Erfordernisse von Bewegungsskulpturen auf der Fläche, führen zu autonomen Bewegungsbildern.