Partizipation

Lesen sie im Folgenden, was Partizipation ist und wie der Künstler Manfred Webel die Idee der Partizipation mit künstlerischem Leben füllt - anhand von zahlreichen Beispielen seiner Arbeit in unterschiedlichen sozialen Bereichen. 

Partizipation bedeutet, Menschen zu ermutigen, gestalterisch in ihr Umfeld einzugreifen. So die Defintion von Künstler Manfred Webel: "Das heißt beispielsweise, dass ich mit meinem Mobilen Kunst-Container auf Einladung der Stadt Bochum den Stadteil Laer besuche und die Bürger animiere, gemeinsam am neuen Profil des Stadtteils zu arbeiten: Was fehlt? Was soll sich ändern? Wie kann man das zum Ausdruck bringen?"

Entstanden ist so in einem ersten Schritt ein partizipativ entwickeltes Logo für den Stadteil - als Ausgangspunkt für weitere Maßnahmen, die  Lebensqualität vor Ort zu verbessern. Hintergrund: Der Stadtteil als einst zweitgrößter Opel-Produktionsstandort ist nach Werkschließung in eine Identitätskrise geraten. Die aktive Teilhabe der Bürger trägt zur Entwicklung eines neuen Profils bei und stellt so sicher, dass nicht  die Administration, sondern die Bürger selber für eine Umsetzung sorgen. Partizipation ist Beteiligung und Teilhabe für grundlegende Lebensqualität. 

Partizipation in der Landschaftsarchitektur

Städtebau/Landschaftsplanung: Projekt Grünes Band Bielefeld

  • Ausgangslage: Der in die Jahre gekommene Bielefelder Osten soll besser an die Innenstadt angeschlossen werden. Dazu wird das städtebauliche Projekt Grünes Band Bielefeld angestoßen, um die Stadtteile Sieker und Stieghorst mit einem Fuß-, und Radweg an das Zentrum anzuschließen.
  • Besonderheit: Die Trasse für den neuen Weg ist nicht linear, alle paar hundert Meter muss man abbiegen und zum Beispiel eine Straße überqueren. 
  • Plan: Der Künstler entwickelt Skulpturen, die den Weg weisen und als Versammlungspunkte, Spielobjekte und Ruheplätze verschiedene soziale Funktionen erfüllen.
  • Ergebnis: Human-Skulpturen aus Beton. Fußgänger und Radfahrer erkennen so leicht die neue Verbindung von der Innenstadt bis zum Grünzug am Lutterbach. 
Partizipation in der Städteplanung - Entwurfsbeispiel
Kunst im Städtebau - Atelier

Foto: Autor

Das Werkstattbild zeigt human-Skulpturen aus Beton für das städtebauliche Projekt Grünes Band Bielefeld. Sie weisen Fußgängern und Radfahrern den neu geschaffenen Verbindungs-Weg von der Innenstadt bis zum Grünzug am Lutterbach. 

Partizipative Kunst in der Landschaftsplanung

Foto: Bernhard Pierel, Wesfalenblat

Man power bei der Aufstellung des human-Pfeils: Manfred Webel, Thierry Brever vom Landschaftsarchitekturbüro Gasse Schumacher Schramm, das das Grüne Band projektiert hat, Sven Dodenhoff vom Bauamt, Thomas Berger vom Umweltbetrieb und Achim Thenhausen vom Umweltamt.

Human Figur Manfred Webel. Foto: Harald Iding

Foto: Harald Iding

Die durchgefärbten, mehrere Tonnen schweren Formen des Grünen Band Bielefeld fordern dazu auf, sie in Besitz zu nehmen. Mit einer Höhe von 280 cm und einer starken Steigung macht es die Human-Flanke dem Künstler schwer, an ihr hoch zu klettern.
Foto Harald Iding

Die Skulpturen markieren sechs Einstiegsmöglichkeiten in das Grüne Band - von verschiedenen Straßen aus. Als Versammlungspunkte, Spielobjekte und Ruheplätze erfüllen sie soziale Funktionen.  

Partizipation im Kindergarten 

Kindergarten: Projekt Matschtisch für Integration und Teilhabe (bestellbar)

  • Ausgangslage: Kinder im Rollstuhl
  • Plan: Ebene auf Augenhöhe
  • Ergebnis: Matschtisch auf Beinen
Inklusiver Matschtisch an einer Förderschule

Inklusiver Matschtisch an einer Förderschule

Wippobjekt

Entwurf eine Windspiels

Partizipation in der Altenhilfe 

Altenheim: Kronleuchter für St. Michael

  • Ort: Martinsstift, Bad Lippspringe.
  • Ausgangslage: Ein an den hauseigenen Speisesaal angrenzender Innenhof ist trist und wird kaum genutzt.
  • Plan: Der Künstler entwickelt gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekten Martin Gasse die Idee eines öffentlichen Cafes.
  • Besonderheit: Die Aufenthaltsqualität für die Bewohner soll gesteigert werden.
  • Ergebnis: Zwei an Kronleuchter erinnernde Schutzengel machen den Innenhof zu einem Saal. Jetzt fehlen nur noch eine Opernsängerin und festliche Kleidung, schon können die Bewohner der Altenhilfe St. Michael ein Bankett besuchen.
Partizipative Kunst im Altenheim: Entwurf eines Kronleuchters von Manfred Webel

Skizze: Carmen Ciesla

Partizipation an Schulen 

Schulhofgestaltung mit Schülern

  • Ort: Marsbruch, Dortmund.
  • Ausgangslage: Mit Schülern Architektur beleben.
  • An der Schulhofgestaltung der Marsbruchschule in Dortmund, einer Förderschule für Bewegung und Motorik, haben 66 Schülerinnen und Schülern regen Anteil gehabt.
  • Mit eigenen Entwürfen und Formen haben sie eine triste Waschbetonwand zu einer farbenfrohen und lebendigen Ballspielfläche umgewandelt.

Stelen für Schule Fechenbach

  • Ausgangslage: Signale für eine weltoffene Schule erarbeiten
  • Plan: Als sichtbares Signal für ein Zusammenleben in gesellschaftlicher Gemeinschaft haben Schülerinnen und Schüler der Felix-Fechenbach-Gesamtschule in Leopoldshöhe anlässlich des 25jährigen Schuljubiläums den Felix-Fechenbach-Baum geschaffen.
  • Besonderheit: „Der Namensgeber unserer Schule war ein aktiver und engagierter Politiker in der Zeit der Weihmarer Republik. Er setzt sich immer für Menschen und deren Rechte ein und hoffte auf ein friedliches Zusammenleben zwischen den Nationen.“, so Schulleiter Uwe Scheele.
  • Ergebnis: Die 14 Meter lange Rauminstallation auf dem Schulhof wurde aus einem einzigen Baumstamm von den Schülern geschaffen und verbindet auf wunderbare Weise einzelne Wesen zu einem Ganzen.
Partizipative Kunst - InstallationmitSchülern

Schule als Atelier Siegen

  • Ausgangslage: Signale für eine weltoffene Schule erarbeiten
  • Plan: Als sichtbares Signal für ein Zusammenleben in gesellschaftlicher Gemeinschaft haben Schülerinnen und Schüler der Felix-Fechenbach-Gesamtschule in Leopoldshöhe anlässlich des 25jährigen Schuljubiläums den Felix-Fechenbach-Baum geschaffen.
  • Besonderheit: „Der Namensgeber unserer Schule war ein aktiver und engagierter Politiker in der Zeit der Weihmarer Republik. Er setzt sich immer für Menschen und deren Rechte ein und hoffte auf ein friedliches Zusammenleben zwischen den Nationen.“, so Schulleiter Uwe Scheele.
  • Ergebnis: Die 14 Meter lange Rauminstallation auf dem Schulhof wurde aus einem einzigen Baumstamm von den Schülern geschaffen und verbindet auf wunderbare Weise einzelne Wesen zu einem Ganzen.

Partizipation in Kommunen und Kreisen 

Dorenkamp als Viertel erneuern

  • Ort: Dorenkamp, Rheine/Westfalen.
  • Ausgangslage: Ein Stadtteil in der Krise - Identitätsmangel.
  • Plan: Der Künstler entwickelt gemeinsam im Rahmen eines Wettbewerbs Element für den öffentlichen Raum. Der Mobile Kunst-Container dient als offenes Atelier am zentralen Ort in Dorenkamp.
  • Ergebnis: Figuren und Schilder, die die Bürger als Identifikationsobjekte entworfen haben und die Dorenkamp als Viertel wieder erkennbar werden lassen.
Beteiligungskunst in Dorenkamp - Ausschreibungsunterlage

Beteiligungskunst in Dorenkamp - Ausschreibungsunterlage

Salz für Salzkotten


Im Rahmen einer Kampagne von „Ab in die Mitte“ zur Belebung von Lehrständen in Innenstädten NRW’s,  erfolgte die Ausschreibung „SalzKotten für alle“. Die Idee von Manfred Webel, die Bevölkerung aufzurufen, Salzpäckchen zu gestalten, stieß dabei auf riesige Resonanz. Gut 5% aller Salzkottener machten mit, rund 1.500 Entwürfe gingen ein. Als Hauptpreis gab es einen einwöchigen Kunstkurs, bei dem sich alles ums Salz drehte.

Partizipation bei Privataufträgen 

Mettmann, Düsseldorf: Teilhabe an Skulpturentwicklung für Privatgarten

  • Ausgangslage: Ein Ehepaar sucht für seinen kleinen Garten in Mettmann eine individuelle und ausdrucksstarke Skulptur. Sie soll sich in die Gartengestaltung organisch integrieren und doch ein Hingucker sein, der Aufmerksamkeit erzielt.
  • Rahmenbedingungen: Etat von 2 bis 4 Tsd. € ; 6 Wochen Zeit, Diebstahlsicherung gefordert, die Skulptur soll unaufwendig umziehen können, wenn sich der Gartenplan einmal ändert.
  • Kennenlernen: Der Künstler besucht die Interessenten und macht Fotos vom Landschaftsraum. Bei Kaffee und Kuchen 🙂 wird das Gespräch persönlicher und eine Leidenschaft des Ehepaares tritt zutage: Sie tanzen!
  • Plan: Mit den Themen Tanzen, Partnerschaft, Lebensfreude im Herzen geht der Künstler an die Entwurfsarbeit. Zwei Wochen später präsentiert er mehrere Modelle aus Stahlblech.
  • Ergebnis: Skulptur "Tanzende",  Aluminium farbig gefasst, 130 x 80 x 70 cm, sicher verschraubt auf einer eingegrabenen Beton-Palisade, die in einer Stunde Arbeit versetzbar wäre. 
glücklich aufgestellt

Kunde mit Skulptur "Die Tanzende"

Wie man sieht, macht sich die Tanzende außerordentlich
gut und ist eine Zierde in unserem Garten.

Dr. Erich Köstner

Dr. Erich Köstner - Privatauftrag partizipatiion Kunst Objekt

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